Pressestimme März

zu Gerd Adloff

Zwischen Geschichte und September
  Lyrikempfehlungen  
 

2016:   

"Ich mag diese Gedichte. Und die Grafiken passen wunderbar. Ein schönes Buch!"
    Empfehlung von Ursula Haeusgen, Gründerin der
    Lyrik-Kabinetts München
     
Gerd Adloff in    

Junge Welt vom

   

13. März 2015   

Rezensionen zu  
  Dylan /Wawerzinek   

Es ist wie immer bei der CORVINUS PRESSE, ein exklusiv gestaltetes Buch.

    Die seltsam schönen, mitunter irritierenden Illustrationen stammen von
    Schoko Casana Rosso, der im September 2014, noch vor Erscheinen des
   

Buches, verstarb.

     
Stefan Heuer Poetenladen zu  
  Adrian Kasnitz,  
 

sag Bonjour  

 
 

aus Prinzip:   

 
    Einundzwanzig prosaisch daherkommende Gedichte
    sind es letztendlich geworden, die dem Reiseverlauf chronologisch folgen,
    vom Tag der Ankunft bis zum Tag der Abreise.
    Einundzwanzig Gedichte, zumeist getragen von der Sehnsucht nach einem
    fremden und doch so vertrauten Körper,
    von der Sehnsuch nach Endgültigkeit im positiven Sinne:
   

    Und das Buch selbst, der Korpus? Wunderbare Haptik, Buchdruck mit
    japanischer Bindung, hergestellt in 180 nummerierten und vom Autor
    signierten Exemplaren; mehr muss über das Erscheinungsbild eines Buches
    der Corvinus Presse wohl nicht gesagt werden - seit gut 25 Jahren gibt
    Hendrik Liersch Bücher heraus, die es zu lesen und zu sammeln lohnt.
    (Eine weitere Rezension findet sich in der Zeitschrift Am Erker, Nr. 67
    auf Seite 121/122)
     
2012 Marginalien,  
 

Heft 206   

"zu den waghalsigen Verlegern, die von der Lyrik nicht lassen wollen,
    zählt Hendrik Liersch, der seit 1990 einen bibliophilen Verlag betreibt.
    Einer der ersten Autoren, die Liersch für sich gewann und eigentlich erst
    öffentlich bekannt machte, war Henryk Bereska, den er als Nachbar seiner
    Familie seit Kindesbeinen kannte!.
 

Carsten Wurm   

 
     
Sommer 2012

Signum,

 
 

Heft 2   

"Unter dem Titel Totenmaske erschienen 2010 Gedichte über Sterben und
    Tod von Anna Hoffmann, dem grafisch noble, eher frei gedachte, nicht
    illustrative, schwarz-weiße Linolschnitte von Zoppe Voskuhl beigefügt sind.
    Sie sind in fast jugendstilhafter Blumigkeit floraler Fülle und
    schattenrissartigen Figuren gehalten. Sehr persönlich erzählt die Dichterin
    vom Sterben des Vaters."
 

Heinz Weißflog   

 
     

04. und 05.Februar 2012

taz "Rede- und Suchgedichte" nennt sie ihre Totenklage -
    ein radikales Buch, in dem Sprachvirtuosität und Verzweiflung verschmelzen.
 

Waltraut Schwab  

 
     
28. Januar 2010 Die Glocke ,,für die bibliophile Aufmachung der exquisiten Neuerscheinungen gewann
   

die renommierte CORVINUS PRESSE Berlin mit Zoppe Voskuhl einen

    profilierten Grafiker, der Osts Gedichten sinnvoll illustrierende Linolschnitte
    beifügte."
 

Dr. Ulrich Gehre  

 
     
2. Dezember 2009 F A Z  
 

Rezension Vesper /

 
 

Auftakt:   

 
    In einer Zeit, da autobiographische Entwürfe mit dem Faltenwurf episch
    ausholender Gesten auftrumpfen, kann unaufdringliches und unprätentiöses
    autobiographisches Erzählen befreiend wirken, können Miniaturen neuen Reiz
    gewinnen. Eine Tendenz zum wohltuenden Understatement durchzieht die
    vier autobiographischen Miniaturen in Guntramn Vespers ,,Auftakt mit Arnold Z.",
    einem Bändchen, das mit Linolschnitten von Zoppe Voskuhl in der
   

CORVINUS PRESSE, Berlin erschienen ist.

    Man sieht, das autobiographische Erzählen treibt mit den eigenen historischen
    Erfahrungen des Autors ein Versteckspiel, es ist darauf angelegt, dass der
    Leser selbst sie findet. Diese Selbstzurücknahme erscheint aber dem Autor
    angesichts so vieler, sich wichtig nehmender Selbstdarstellungen eine
    Möglichkeit, überhaupt noch wahrgenommen zu werden. Die autobiographische
    Miniatur ist auch ein Zeichen der List. Die vier Linolschnitte von Zoppe Voskuhl
    sind keine bloßen Illustrationen zum Text. Sie erzählen eigene Bildgeschichten
    in kräftigen Strichen und verfremden so als Widerpart die Texte, in denen
    sich das autobiographische Ich eher tarnt als offenbart.
    Das Geheimnis von Guntram Vespers autobiographischer Prosa ist seine
    Kunst, Sympathie auf seine individuelle Art der Erinnerungsprosa zu lenken.
    Hier begegnen wir einem Gegenbild zum Aufschneider, hier hat jemand
    etwas von der skeptischen Selbst- und Weltbetrachtung des späten
    Fontane begriffen. Die autobiographischen Miniaturen und Impromptus werben
    für sich durch ihre Subtilität.

 

Walter Hink

 

     
23. Mai 2009

Allgemeine Zeitung,

 
 

Mainz   

 
    ,,Idealismus und kreativer Individualismus waren immer schon ein
    Minipressen-Gütesiegel, und so hüllt sich Hendrik Liersch
   

von der Berliner CORVINUS PRESSE, dem der Mainzer Kulturdezernent

    den diesjährigen V.O. Stomps-Preis verleiht, in selbstironische Siegesfreude.
    >Ich fühle mich ausgezeichnet<, hat er sich aufs T-Shirt drucken lassen...''
 

Michael Jacobs

 
     
Februar 2009 fixpoetry Anna Hoffmann: und ungeküßt zurück
    Keine Küsse und ein gemeinsamer Platz
    Ein Schlachtfeld, Torsi und abgeschlagene Köpfe liegen herum oder sind auf
    Stäben aufgespießt. Gelb, schwarz und rot durchkreuzt sich das. Ein Beil
    liegt auf dem blutgetränkten Boden hinter einer Kriegerin, die lächelnd
    einen Stock in der Linken stemmt, auf dem ein knubbelnasiger Kopf mit
    weit aufgerissenen Augen in die Gegend starrt.
    Mit diesem dreifarbigen Linoldruck als Frontispitz empfängt uns der
   

Gedichtband von Anna Hoffmann und ungeküßt zurück,

   

der 2007 als laufende N° 3 der Reihe „Linolschnecken” in der Berliner

   

CORVINUS PRESSE erschien. Illustriert mit rumpelstilzigen,

    holzmarionettenartigen Wesen ein- und mehrfarbig im Linoldruck von
   

Zoppe Voskuhl, einem Berliner Künstler, der in seiner Malerei gerne

   

„große Männer kleinhackt”, halbiert, durcheinander- und ineinanderschmeißt.

    Sehr eigensinnige Bilder und auf ihre Art auch wundervoll. In diesem
    Band sind sechs Linolschnitten vertreten (dabei einer als Doppelseite),
    alles Originalabzüge in der auf 130 Exemplare limitierten, numerierten und
    signierten Auflage.
    Ähnlich eigenartig und kurios sind die enthaltenen Gedichte, von
   

Anna Hoffmann, die schon einmal mit ihrem Band „pandoras box” in der

    Parasitenpresse zu überraschen wußte. Skurile Bilder, seltsame
    Assoziationsketten. Alles in Kleinschreibung ohne Punkt und Komma -
    das läßt natürlich viel Raum für Beziehungsebenen. Anna Hoffmann nutzt
    diese Ebenen ausgiebig, montiert und nutzt Sprungbretter, wirbelt
    wortfroh durch die Luft, und beschließt ihre artistischen Figuren und
    Einlagen auch mal mit dem einen oder anderen Reim.
    Zwei durchweg eigensinnige Wege treffen sich für einen Moment und
    verbreitern sich, breiten sich aus zu einem Platz, auf dem man staunend
    umherblickt und lauscht, wobei die lyrische Stimme ein wenig von der
    ganz archaisch kraftvollen grafischen übertönt wird. Aber das
    anscheinend Leisere ist deswegen nicht das weniger Geglückte.
    Anna Hoffmanns Gedichte haben große Raffinesse und ein sicheres
    Gespür für das Überraschende. Und Fährten legen sie, die unsre
    Tritte klappern machen.
    Ein wunderbar verspieltes Buch in der bekannt schönen Gestaltung
   

der  CORVINUS PRESSE, handgesetzt und fadengeheftet. Ein Buch

    für Entdecker, Leser und Betrachter, die gerne ihre Phantasie mit
    Unkonventionellem füttern. Kaum zu glauben, daß Hendrik Liersch,
    der Verleger, es bis vor nicht allzu langer Zeit nicht für nötig hielt, die
   

CORVINUS PRESSE auf einer eigenen website zu präsentieren. Sie

    gehört zweifellos zu den interessantesten Buchkunst-Kleinverlagen,
    die wir in Deutschland haben, liegt doch die Grundmotivation von
    Hendrik Liersch im Entdecken sowohl vergessener als auch neuer
    literarischer Stimmen.
 

Frank Milautzcki

 
     
Februar 2009 fixpoetry Die Sprache an- und un- und ausgezogen -
    Gedichte von Wienke Treblin
    Jeden Tag sucht jemand etwas / in den verwüsteten Ecken
   

des Lebens, / und jeder findet Nichts.

    Das Ende einer Spirale stösst sich immer am Nichts, das im Prinzip
    nur eine metonymische Umschreibung für die letzte Substanz
    jedes Ideals und jeder Vorstellung ist. In unserer beschädigten Zeit
    ist die Omnipotenz der Wahn, der nach überall hin die Leere
    überwuchert und uns impotent macht für das Eigentliche.
    Jeder schließt gleichgültig die Augen / vor dem Echo der
   

verlorenen Stunden.

    Wiebke Treblin nicht. Sie verliert sich nicht, auch wenn sie alles
   

verliert und im Nichts sucht und dort eine „bunte Tüte Ewigkeiten

    findet. Dafür ist - unter anderem auch - das Gedicht da; nicht leise
    sein zu müssen, wo die anderen Wahrheiten bellen und laute Welt
    ihr Lichtspiel treibt. Das geht tief. Bis in die Nacktheit hinein. Es ist
    der eigene Tag und es sind die Nächte im Eigenen, die sich
    melden und in die Zeilen wollen. Es ist der von den Lügen
    befreite Moment, den wir suchen und der im Gedicht sein soll,
    wenigstens, in unserer Sprache.
    Wenigstens und über uns hinaus mit dem Gedicht. Immer begleitet
    von der Hoffnung , es möge seine sorgsam gefügten Geheimnisse
    preisgeben, jemanden finden, der in diese Sprache findet und in
    die in ihr enthaltenen Wunder (und Wunden). Im Gedicht ist auch
    der Widerspruch und das Leiden am Widerspruch.
    Sprich nicht mehr von Herzversagen / niemand glaubt dir solche
   

Floskeln. - Ich muss wieder schlachten gehen. / Bekenntnisse

   

frisch aufgeknackt.” Die Schmerzen an der Wahrheit sind

   

erträglicher als jedes Leid der Lüge. „Leicht löscht Lust Leiden” -

    ja, es löscht für einen Moment, aber der Schmerz kommt zurück:
   

„der Alltag ist dein Nagelschuh.”

 

Frank Milautzcki